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Sonntag, 9. Januar 2011

Alexander Prinz zu Dohna-Schlobitten



das Prunkvolle Anwessen der Dohna-Schlobitten

Im großen Saal des Westflügels war ein in Ostpreußen seltene Vertreter von Wasserspiel eingebaut worden. Da das Wasser zunächst aus den Brüsten zweier geflügelter Genien heraussprang, nahm man es seit dem prüden 19. Jh. nicht mehr in Betrieb.
Man traf auf ein kleines Rokokokabinett, für Ostpreußen eine Rarität, das französische Kunsttischler nach Beendigung ihrer Arbeiten in St. Petersburg auf der Rückreise einrichteten. Herausragend war eine Tapete im pompejanischen Stil, angefertigt 1785 von dem italienischen Maler Fenelli. Noch 1936 machte man aus einem Raum auf der Gartenseite ein kleines Porzellankabinett.



Kaiser Wilhelm II. mit dem Fürsten Richard Emil Dohna-Schlobitten,
der Vater Alexanders, welcher seinen Prinzen Titel durch seine Mutter, eine gebürtige
Prinzessin zu Solms-Hohensolms-Lich erhielt.
1910


Als älteste Warmblutzucht in Ostpreußen, Stutbuch von 1623, konnte Schlobitten auch in der Zucht von Trakehnern auf große Erfolge zurück blicken.
Berühmte Vererber wie "Tempelhüter", waren hier stationiert. Kaiser Wilhelm der Zweite, der häufig zur Jagd erschien, erhob die Familie Dohna 1900 in den erblichen Fürstenstand und war auch Taufpate des letzten Besitzers, Fürst Alexander zu Dohna.



Schloss Schlobitten

Die Dohnas, ursprünglich in Sachsen beheimatet, kamen im 15.Jh über Schlesien ins Land und bekamen 1520 Schlobitten für Ihre Verdienste vom Deutschen Orden verliehen.

Erst Alexander zu Dohna, baute zwischen 1696 und 1732 Schlobitten zu einer repräsentativen Residenz aus.
Im Königreich Preußen nahmen die Dohnas in der Folge viele wichtige öffentliche Ämter wahr.
Allein das Schloss verfügte über 70 Zimmer. Im kunstvollen Festsaal konnten bei besonderen Anlässen 80 Gäste bewirtet werden, umsorgt von 30 Bediensteten. Eine Bibliothek mit über 50.000 wertvollen Bänden, 450 Gemälde, Münzsammlungen, Gobelins, prunkvolle Möbel und seltene Fayencen machten Schlobitten zu einer wahren Schatzkammer.
Alexander zu Dohna (1579 - 1631) hatte 1627 den Grundstock zu einer wertvollen Bibliothek gelegt. Sie umfasste teils Bücher aus dem 16. Jh. und wurde ständig um wichtige Neuerscheinungen ergänzt, so z. B. auch um zwei frühe Goethe-Ausgaben. Sie war auf diese Weise bis auf 50.000 Bände angewachsen und galt bis 1945 als größte Privatbibliothek Europas. Zum Ausklang des 2. Weltkriegs verbrannte sie zusammen mit dem Schloss. Noch tagelang soll es verkohltes Papier vom Himmel geregnet haben.
Über 1500 Hektar Land wurden von 160 Landarbeiter Familien bewirtschaftet. Zu den sozialen Einrichtungen gehörte nach 1918 sogar ein eigenes Altersheim für alleinstehende alte Menschen.
Selbst als Ruine, beeindruckt Schlobitten noch heute Besucher, die den Weg in den verwilderten Schosspark finden. Abseits des kleinen Dorfes gelegen, umgeben von alten Bäumen, liegt die unheimliche Ruine. Einheimische erzählen sogar von einer seltsamen Erscheinung mit einer Pickelhaube auf dem Kopf, die Nachts in den ausgeglühten Mauern versucht Feuer zu legen. Tatsächlich nahm sich einmal ein Feuerwehrhauptmann des Fürsten, nach erwiesener Untreue das Leben.

Alexander Prinz zu Dohna.Schlobitten bewirtschaftete von 1924 bis 1945 die ostpreußischen Begüterungen Schlobitten und Prökelwitz. 1926 heiratete er Freda Antoinette Gräfin von Arnim-Muskau. Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor. Die Kinder Friedrich *1933, Ludwig Donatus Alexander * 1937, Cecilie Sophie Mathilde Amelie *1927, Alexandra Ursula Catherina *1934, Johanna * 1943 und ?

Dem Beginn der nationalsozialisten Herrschaft stand er aufgeschlossen gegenüber, über seinen ehemaligen Klassenkameraden Karl Wolff wurde er mit Heinrich Himmler und Hermann Göring bekannt und trat sogar der SS als Anwärter bei. Im Laufe der 30er Jahre distanzierte er sich jedoch zunehmend von der NS-Politik, vor allem unter dem Einfluss von Kurt von Plettenberg und seines Onkels Heinrich Graf zu Dohna-Schlobitten,[2] die beide später dem aktiven Widerstand angehörten.

Fürst Dohna organisierte 1945 den größten geschlossenen Flüchtlingstreck aus Ostpreußen: Am 22. Januar 1945 brach unter seiner Führung der sorgsam vorbereitete Treck der Begüterungen Schlobitten und Prökelwitz Richtung Westen auf. Nach neun Wochen und zahlreichen Umwegen legte der Dohnasche Treck über Westpreußen, Pommern, Mecklenburg und Niedersachsen ca. 1500 Kilometer zurück und wurde am 20. März 1945 im damaligen Landkreis Grafschaft Hoya bei Bremen aufgelöst. 330 Personen, 140 Pferde (darunter 31 Trakehner-Zuchtstuten) und 38 Wagen kamen dort an.

Schloss Schlobitten,liegt etwa 15 km von Elbing - Elblag und 15 km von Preußisch Holland - Paslek entfernt.

Grafschaft Dohna
http://www.ostpreussen.net/index.php?seite_id=12&kreis=24&stadt=27

Schloss Schobitten
http://www.ostpreussen.net/index.php?seite_id=12&kreis=24&stadt=27&bericht=04

http://www.masuren.de/index.php?site=berichte_details&objekt_ID=137&objekt_titel=Schloss%20Schlobitten.%20F%C3%BCrst%20Alexander%20zu%20Dohna.

http://www.arta.olsztyn.pl/deutsch/palace.htm

Richard Wilhelm Ludwig Fürst zu Dohna-Schlobitten
http://de.wikipedia.org/wiki/Richard_F%C3%BCrst_zu_Dohna-Schlobitten

Alexander zu Dohna-Schlobitten
http://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_zu_Dohna-Schlobitten_%281899%E2%80%931997%29

Familie zu Solms-Hohensolms-Lisch
http://de.wikipedia.org/wiki/Solms-Hohensolms-Lich

Geschichte der Trakehner Pferde der Dohna zucht
http://dertrakehner.de/ausgaben-2006/04-2006/lebendige-tradition.html

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